Dies und das

Blogtour Rettungsring für zwei

Guten Morgen und  herzlich Willkommen bei der Blogtour “Rettungsring für zwei”. Die Kreuzfahrt ist ja in vollem Gange und es waren schon so viele tolle Beiträge dabei.

Von der Autorin des Buches, unserer “Chefin” Clara Gabriel, nachfolgend liebevoll Käpt´n Clara genannt, habe ich die Stelle als F&B Managerin auf der Stella Maris erhalten. Bezahlt werde ich dafür nicht – ich sehe es eher als ehrenamtliche Aufgabe und bin stolz, Teil der Crew sein zu dürfen.

Ich werfe mich jetzt in meine beste Uniform  und mache mich auf die Suche nach Marcus. Marcus ist einer unserer Barkeeper an Bord – er arbeitet meist direkt auf dem Pooldeck an der Sea Bar und hat alles genau im Blick. Unsere Rezeptionistin Carmen hat ja schon angedeutet, dass auf dieser Kreuzfahrt viel los ist – da wollte ich, neugierig wie ich so bin, mal hören, was er so zu sagen hat.

Dass Marcus die besten Cocktails macht, ein total cooler Typ und zudem noch ein ziemliches Schnuckelchen ist, darüber reden wir jetzt mal nicht.

Gut gelaunt gehe zur Bar und sehe, dass heute zum Glück nicht viel los ist. Die meisten Gäste werden auf Ausflügen unterwegs sein. Gut so, dann kann ich in aller Ruhe mit Marcus reden.

“Guten Morgen“, begrüße ich Marcus fröhlich.

„Guten Morgen“, grummelt er. Huch, das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt. Ist Marcus vielleicht doch nicht so ein netter Kerl, wie ich bisher dachte?

„Tut mir Leid, ich bin noch nicht so richtig wach. Die karibische Poolparty gestern ging doch ziemlich lang und ich glaube, ich habe maximal vier Stunden geschlafen.“

Okay, es liegt zum Glück nicht an mir, dass er so schlecht gelaunt ist, das beruhigt mich schon mal.

“Soll ich später nochmal wieder kommen, damit wir uns unterhalten können?” frage ich ihn sicherheitshalber.

“Nein, kein Problem, wenigstens können wir uns jetzt in Ruhe unterhalten. Gib mir zwei Becher Kaffee Zeit, dann geht’s gleich wieder.” erwidert er zwinkernd und fährt sich durch die blonden Haare. „Ist das okay für Dich?“

„Klar, ich verstehe das total.“ Lächelnd zwinkere ich zurück und gebe die Hoffnung auf Cocktails am Vormittag auf. „Bringst du mir einen Milchkaffee mit?“ frage ich ihn. Ich bin zwar schon deutlich länger wach und habe schon den ein oder anderen Becher Kaffee intus – aber Kaffee geht immer!

Während Marcus unterwegs ist, um uns Kaffee zu besorgen, genieße ich die Sonne und die Ruhe an Bord. Spätestens heute Abend, wenn das Schiff wieder ablegt, ist es vorbei mit dieser Ruhe und alle Gäste brauchen ganz schnell ihren Cocktail – als ob es nicht auch auf See Alkohol geben würde…

Ziemlich schnell ist Marcus dann wieder zurück. Ich nehme ihm den Kaffee dankend ab, mache ziemlich viel Zucker rein, was ihn skeptisch gucken lässt, und puste vorsichtig, damit ich mir meine Zunge nicht verbrenne. “Wie lange bist du denn schon an Bord?” frage ich ihn, um das Gespräch vorsichtig in Gang zu bringen.

„Eine Weile“, sagt er, immer noch nicht wirklich munter. Er nimmt einen großen Schluck von seinem Kaffee. Vielleicht hätten wir uns doch erst zu einem späteren Zeitpunkt treffen sollen, er sieht immer noch etwas müde aus.

„Du weißt, dass ich von Käpt’n Clara den Auftrag bekommen habe, mich ein bisschen mit Dir zu unterhalten. Gedanken eines Barkeepers ist das Thema.“ sage ich und lege mir den Zettel und Stift zurecht. Vielleicht muss ich mir doch das ein oder andere notieren, sicher ist sicher. “Fangen wir doch mal direkt mit Käpt´n Clara an: Wie findest du sie denn so? Du kannst ganz ehrlich sein!”

„Ist das eine Fangfrage?“ Er lehnt sich zurück, verschränkt die Arme vor der Brust und schmunzelt. „Käpt’n Clara ist der absolute Wahnsinn. Sie arbeitet extrem viel um diese Kreuzfahrtgeschichte in Gang zu bringen. Und ich finde, sie macht das super! “

“Mmmh, okay. Ich hab ja schon gehört, dass du total verschwiegen sein sollst. Aber so unter uns: Gibt es irgendein kleines, böses Geheimnis, dass du uns über sie erzählen kannst? Wir sind doch alle so neugierig!”

“Sorry, ich bin tatsächlich total verschwiegen – wie ein verschlossenes Buch, von mir erfahrt ihr leider nichts.”  meint er grinsend, holt dann aber doch weiter aus. „Es wird gemunkelt, dass sie in ihrer Jugend auch den Spitznamen „Frau Mai-Tai“ hatte. Man sieht sie zwar an Bord immer nur mit Maracuja-Schorle oder Latte Macchiato, aber ich habe auch schon gesehen, dass sie einen „Generalalarm“ (sieben Kurze, ein Langer, sprich: ein Long Island Ice Tea in Einzelteilen, alles im Schnapspinn) in unter zehn Sekunden geschafft hat.”

“Aha, so ist das also”  sage ich lachend. “Jetzt aber mal zurück zu Deinem Job. Käpt´n Clara hat ja ihre offizielle Erlaubnis gegeben, dass du ganz ehrlich erzählen kannst.”

„Erst brauche ich noch einen Kaffee“ , erwidert er. „Möchtest du auch noch einen?“

Oh man, das kann ja heiter werden. So werden wir nie fertig. Ich lehne dankend ab, meine Tasse ist immer noch ziemlich voll und warte, bis er wieder an seinem Platz, mir gegenüber, sitzt.

„Ab jetzt bin ich nur noch für Dich da. Ab dem zweiten Kaffee bin ich ein halbwegs offener und aufgeschlossener Mensch. Also, was willst du denn wissen?“

“Fangen wir mal ganz vorsichtig an. Welche Sprüche in deinem Job kannst du kaum noch ertragen weil du sie einfach zu oft hörst?”

Er lehnt sich zurück und denkt nach: „Da gibt es tatsächlich ein paar. Klassiker sind zum Beispiel:

  • Ey Meister, mach mir mal ein Bier!
  • Ein Cuba Libre, aber mit mehr Cuba als Libre. 
  • Oder von den Damen: Zwei Prosecco, einen Starfish und deine Zimmernummer bitte.“

Er rollt dabei genervt mit den Augen.

„Echt?  Es gibt bestimmt einige Frauen, die Interesse an dir zeigen, oder?”

„Sicherlich gibt es die. Aber ehrlich gesagt habe ich dafür gar keine Zeit. Meine Bar vorbereiten, arbeiten und dann wieder aufräumen – mehr als mal ein bisschen flirten oder eine nette Unterhaltung ist da selten drin. Aber: je netter und charmanter ich bin, desto besser ist natürlich auch mal das Trinkgeld.”

Seine Antwort bringt mich auf die Idee zur nächsten Frage, auf deren Antwort ich tatsächlich sehr gespannt bin:  “Hast du denn schon mal ein unmoralisches Angebot bekommen?”

Marcus zieht die Augenbrauen hoch und schaut mich überrascht an. “Hier verweigere ich die Aussage”, antwortet er mit einem leichten Lächeln und grummelt vor sich hin: “Worauf habe ich mich hier nur eingelassen?”

“Das habe ich gehört“, sage ich und grinse ihn an. „Keine Angst, so schlimm wird es nicht. Die letzte Frage war ganz spontan. Als nächstes würde ich gerne wissen, welche Art Gast du gar so nicht magst.”

„Puuuh, ich weiß nicht“, antwortet er. „Die meisten Gäste sind echt nett. Aber leider gibt es immer mal wieder welche, die sich einfach unmöglich aufführen und das Personal wie Dreck behandeln. Da habe ich echt schon Sachen erlebt, das glaubst du nicht. Wie manche Leute sich benehmen… Und diese Typen, die jede Nacht eine andere Frau abschleppen und einen Wettbewerb daraus machen, die habe ich auch gefressen.”

“Gibt’s so Typen denn öfter?” frage ich ihn neugierig. So langsam scheint der Kaffee tatsächlich zu wirken, er ist schon deutlich wacher als zu Beginn und mittlerweile leuchten sogar seine Augen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er viele Fans unter den Frauen hat.

“Auf jeder Kreuzfahrt. Für diese Idioten ist es ein Spiel – wie viele Frauen kann ich in zwei Wochen flachlegen. Diese Männer sind so was von ätzend. Und das ist noch das netteste Wort, dass ich sagen kann. Wir wollen ja hier jugendfrei bleiben.”

Marcus wird mir immer sympathischer. “Und die Frauen machen das mit?” frage ich ihn erstaunt. Er fängt an zu lachen: “Naja, natürlich nicht bewusst. Schauspielern können diese Männer ja ganz gut.. Ab und zu gebe ich den Damen auch einfach mal einen dezenten Hinweis um sie zu warnen. Aber im Moment scharwenzeln sie sowieso alle um unseren neuen und jungen Kapitän Veenhoff herum.” Ich bin jetzt doch etwas verlegen, als ich ihm die nächste Frage stelle: “Stimmt es, dass der neue Kapitän schwul ist?”

Jetzt lacht er noch mehr: „Wirklich? Das wäre mir neu. Ich glaube, er ist einfach sehr professionell. Den Besatzungsmitgliedern ist der intime Umgang mit Gästen nämlich strengstens verboten.”

„Aber jetzt mal ernsthaft: Da halten sich doch nicht alle Angestellten dran, oder?“ , amüsiert schaue ich ihn an.

Er schaut mich skeptisch an, bevor er antwortet: “Du giltst offiziell als meine VorgEsetzte. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich hier irgendwen verrate?”

Oh nein, so habe ich das natürlich nicht gesehen und gemeint! “Ähhh, ich will hier keinem was böses, ich frage doch nur für die Blogtour”, stottere ich so vor mich hin, bis er irgendwann wieder anfängt zu lachen. “Es kann sicherlich mal vorkommen, aber das würde ich nie zugeben.”

Zeit für mich das Thema zu wechseln. “Hier an Bord wird ja doch unglaublich viel getrunken. Hat dir schon mal jemand die Bar vollgekotzt?”

“Einmal? Das passiert mindestens einmal pro Reise” sagt er lachend.

Oh, das hatte ich nun nicht erwartet.  Fällt mir noch eine Frage ein? Vielleicht noch was Lustiges? “Sag mal Marcus, kennst du einen guten Barkeeper-Witz?”

“Eigentlich ist doch dafür der Bordkomiker zuständig, oder? Einen kenne ich, aber ob der lustig ist, weiß ich nicht:

Geht ein Mann in eine Bar. Sagt der Mann ich hätte gerne zwei Martini. Fragt der Barkeeper „Dry“? Sagt der Mann nein zwei.”

Okay, auch wenn seine Witze nicht wirklich lustig sind, ist es unglaublich leicht und sehr angenehm sich mit Marcus zu unterhalten. Wir plaudern über die Eigenheiten von Kreuzfahrtgästen, den schönsten Orten, die er mit dem Schiff schon besucht hat und von den skurrilsten Situationen an Bord und davon gab es schon etliche. Viel zu schnell vergeht die Zeit.

“Hast du noch mehr Fragen?” fragt Marcus, während er den letzten Schluck seines mittlerweile dritten Kaffees nimmt. Ich trinke einen alkoholfreien Starfish, der sowas von lecker ist.

“Eins würde ich gerne noch wissen: Was sind denn deine Zukunftspläne?” Ein bisschen Neugier hat ja noch nie geschadet und Marcus scheint ein wirklich netter und talentierter Kerl zu sein.

“Tja, wenn ich das wüsste”, antwortet er und sieht tatsächlich ein bisschen traurig aus. “Ich hoffe, erst einmal in ein paar weiteren Kreuzfahrt-Büchern von Clara Gabriel helfen zu dürfen. Und ganz vielleicht, bin ich ja irgendwann sogar selbst einmal der Protagonist in einem ihrer Bücher.”

Och Gott, ist der süß. Ich nehme mir vor, dringend mal ein Wörtchen mit Käpt´n Clara zu sprechen. Ich will Marcus doch unbedingt mal wieder sehen bzw. lesen.

Leider ist unsere gemeinsame Zeit viel zu schnell vorbei. Marcus muss seine Getränkebestände auffüllen, damit am Abend auch wieder genug Alkohol für die Massen da ist.

“Danke Marcus, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Ich hoffe sehr, dass dein Wunsch in Erfüllung geht und wir dich in Kürze wieder sehen. Das wäre bestimmt ganz toll.“
Ich verabschiede mich allerdings erst von ihm, nachdem er mir das Rezept für den Starfish gegeben hat. Das zeige ich euch später natürlich noch gerne.


Ich hoffe, das Interview hat euch gefallen. Es war mein erstes Interview mit einem Buchcharakter – hat mir aber ziemlich viel Spaß gemacht. Ich hätte mich noch stundenlang mit Marcus unterhalten können.

 

Natürlich gibt es bei der Blogtour auch tolle Sachen zu gewinnen. Jeden Tag werden signierte Taschenbücher verlost und am Ende der Woche winkt der Hauptpreis: Ein “Rettungsring für zwei” -Set.
Alles was ihr dafür tun müsst, ist: der Blogtour auf Facebook folgen, aufmerksam lesen und gerne auch die einzelnen Beiträge kommentieren. Mit etwas Glück gewinnt ihr dann ein signiertes Taschenbuch.

Jeden Tag versteckt sich in einem der Beiträge (auch hier) ein Lösungsbuchstabe. Die Buchstaben der gesamten Woche ergeben dann das Lösungswort, das ihr einfach per Mail an post@claragabriel.de schickt, und schon hüpft ihr in den Lostopf für den Hauptpreis.

Ich drücke euch die Daumen!

Hier kommt ihr zur Blogtour:

https://www.facebook.com/events/265189437384618/?active_tab=discussion

Bilder: pixabay und Clara Gabriel

5 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen