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Borkum – Leben auf einer Insel

Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Endlose Dünen, traumhafte Sonnenaufgänge, ein beschauliches Inselleben… Das hört sich gut an und das sind die ersten Gedanken, die Wanda, der Protagonistin in “Herzensbrecher am Horizont”, durch den Kopf gehen, als sie darüber nachdenkt, einen Job auf Borkum anzunehmen.

Borkum ist ein Traum und ein Sehnsuchtsort für viele Menschen: der endlose Strand direkt vor der Haustür, das Meer mit seinem Rauschen, das Kreischen der Möwen, Natur pur und dazu jede Menge Veranstaltungen und traumhaft schönes Wetter. Man kann kiten gehen, Watt wandern, im Strandkorb liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, Ausflüge zu Seehundbänken machen – und noch soooo viel mehr.

Hört sich auf den ersten Blick super an und im Sommer mag es auch genau so sein! Man kann es sich so richtig gut gehen lassen – aber ist das auch wirklich so?

Die Lebensbedingungen auf einer Insel wie Borkum sind schon sehr speziell und besonders. Man hat alle Vorteile eines traumhaften Urlaubsortes, aber das bringt natürlich auch mit sich, dass es insbesondere im Sommer voll werden kann, dafür ist es im Winter SEHR ruhig und damit muss man zurecht kommen können.

Die Insulaner sehen viele Leute kommen und gehen, viele Aussteiger:

“die vom wildromantischen Inselleben träumen. Nach wenigen Wochen beklagen sie sich dann, dass es hier nicht die Standard-Filialgeschäfte gibt wie in anderen Fußgängerzonen. Sie vermissen die Einkaufspassagen, die Burger bei McDonald’s, den Coffee to go bei Starbucks und Nachtclubs, die überteuerte Cocktails anbieten. Und das Rauschen der Wellen, die sie anfangs so wunderbar fanden, geht ihnen ganz plötzlich auf den Keks, genau wie der Wind und das ständig wechselnde Wetter.”  (Herzensbrecher am Horizont , Kapitel 5).

Natürlich gibt diese Nachteile und darüber muss man sich bewusst sein. Das Angebot ist, insbesondere im Winter, deutlich kleiner als auf dem Festland (sowohl Veranstaltungen, Gastronomie oder anderen Service), zumal man nicht einfach spontan irgendwohin fahren kann. Wenn man von Borkum auf das Festland will, muss man jede Menge Zeit einplanen, da die Überfahrt mit der Fähre relativ lange dauert. Langfristig muss man auch bedenken, dass eine Insel wie Borkum nicht alles an Leistungen hergibt. Borkum hat zwar eine kleine Inselschule, nach der 10. Klasse ist dort aber Schluss, spätestens zum Abitur müssen die Kinder die Insel verlassen. Apropos Kinder: Eine Geburt muss ebenfalls gut geplant werden, es gibt zwar ein Inselkrankhaus zur Notversorgung, allerdings verfügt es nicht über eine Geburtshilfe. Eine spontane Geburt kann schon mal ziemlich spannend werden, auch das erfahren wir in dem Buch.

Auf einer Insel sollte man schon mit sich selbst zurechtkommen können, wenn man keinen Koller kriegen will. Anschluss und Freundschaften sind natürlich wichtig, aber das ist nicht immer so leicht. Die Insulaner sind ein Völkchen für sich. Jeder kennt jeden, wie in einem Dorf, und als Außenstehender kann es einem wie eine verschworene Gemeinschaft vorkommen.

»Hast du dich schon mit den Einheimischen angefreundet?« »Es gibt ein paar Originale hier und ja, manchmal ist es schwer, als Nicht-Insulaner ernst genommen zu werden, aber ich mache Fortschritte.«  (Herzensbrecher am Horizont, Kapitel 9)

Originale gibt es in dem Buch wirklich. Rauhe Schale, weicher Kern, das trifft es eigentlich ganz gut. Ein Inselleben hat nicht nur Vorteile und man muss sich darüber im Klaren sein, dass man oft nur wenige Menschen im gleichen Alter und mit ähnlichen Interessen um sich hat. Aber wenn man es schafft sich einzuleben – dann kann man es absolut genießen, auch die ruhigere Zeit, in der man die Insel nicht mit vielen Touristen teilen muss. Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen ist dann nicht nur nicht nur ein Traum und man kann tatsächlich die endlosen Dünen, traumhaften Sonnenaufgänge und ein beschauliches Inselleben wahrhaft genießen!

Das Buch

Als Flugbegleiterin ist Wanda überall zu Hause – und doch nirgends. Sie sehnt sich nach festem Boden unter den Füßen. Da erzählt ihr bester Freund Tom von der befreienden Weite seiner Heimatinsel Borkum. Es gibt sogar eine Stelle bei Tierarzt Dr. Harksen. Obwohl sie nie mit Tieren gearbeitet hat, wagt Wanda den Neubeginn. Während sie sich eigenwilligen Tierbesitzern und ungeahnten Herausforderungen stellt, lernt Wanda die Inselbewohner näher kennen – besonders den schüchternen Ingenieur Morten. Bald merkt Wanda, dass sie ihr Herz nicht nur an die Insel verliert …

Quelle: Cornelia Engel

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