Rezensionen

Leseeindruck: Ophelia Scale

Ophelia Scale – Die Welt wird brennen
Lena Kiefer
cbj Verlag
397 Seiten

Ich bin ja ein kleines Dystopie-Opfer. Lese ich gerne und wenn mir die Bücher dann noch von einer Person des Vertrauens mit ähnlichem Lesegeschmack empfohlen wird, dann muss ich es haben. Ist eigentlich ganz einfach, oder?

Der Beginn des Buches war schon gleich nach meinem Geschmack. Man wird direkt in die Geschichte geschmissen, gleich richtig Action von Anfang an. Ophelia ist echt cool und ziemlich gut. Was sie macht und wofür, das gilt es dann zu erfahren, aber die Welt, die die Autorin erschaffen hat, erschließt sich dem Leser eigentlich ganz schnell.

Eine Welt ohne Technik, weil den Menschen die Menschlichkeit und das Miteinander abhanden gekommen ist. Einerseits – ohh ja, was für eine tolle Idee, ich unterstütze das voll und ganz. Wenn man sich die sozialen Medien anschaut, dann hat man wirklich das Gefühl, dass die Menschen sich bestimmt bald gegenseitig alle umbringen, so vergiftet ist es oftmals. Aber ganz auf Technik verzichten? Das will ich mir dann doch nicht vorstellen, denn Technik hat auch viele Vorteile. Die Vorteile vermisst auch Ophelia seit die Technik verboten wurde. Nicht nur ihre Zukunft, auch ihre Gesundheit ist davon beeinträchtigt. Deshalb gehört sie dem Widerstand an. Sie will kämpfen und den Regenten, der seinem Volk zwar eine solide Grundversorgung bietet aber die Technik genommen hat, ausschalten. Ein neues Program, für das neue Rekruten gesucht werden, bietet Ophelia die Chance in die Nähe des Königs zu kommen. Doch schon bald lernt sie, dass ihre Sicht der Dinge vielleicht nicht die einzig richtige war. Ganz eventuell lässt sie sich auch von einem ganz zauberhaften Bruder ablenken und blickt auch tiefer in die Materie.

Die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. In ganz vielen Meinungen, die ich früher mal gelesen habe, kam Ophelia als Charakter nicht so gut an. Vielen war sie zu egoistisch, zu zickig, zu besessen. All das habe ich gar nicht so empfunden, ich konnte sie jederzeit verstehen und fand auch ihre Vergangenheit richtig interessant. Ich stand beim Lesen zwar nicht durchgehend unter Strom, aber eigentlich war mir ständig klar, dass irgendwas passieren wird und das hielt bei mir die Spannung aufrecht. Entweder ich war gespannt oder verliebt, denn Lucien (tut nichts zur Sache, aber ich mag den Namen) ist Zucker! Er hat keinen leichten Job, aber in Kombination mit Ophelia: einfach nur Hach!

So gern ich Ophelia die ganze Zeit mochte – am Ende wollte ich sie sowas von an die Wand klatschen. Nein, schlagen. Oder sie anbrüllen. WARUM MACHT SIE DAS DENN? Ich werde die Reihe definitiv weiterlesen. Auch wenn ich besonders hin, zum Ende einige ihrer Entscheidungen nicht unterstützen oder nachvollziehen konnte, bin ich so neugierig wie sich das alles fügen wird. Ich glaube nicht, dass das letzte Wort in einigen Dingen schon gesprochen ist.

Bevor ich jetzt weiter kryptisch vor mich hinschreibe: Der erste Teil der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Ein toller Einstieg, den ich Dystopie-Fans gerne ans Herz lege.

 

Das Buch

Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass …

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