Rezensionen

Leseeindruck Bis dann, ich lieb’ Dich

Bis dann, ich lieb’ Dich
Tatjana Weichel
270 Seiten
Rabenwald Verlag

Ich habe im Vorfeld schon viel über das Buch gelesen – und mir war recht schnell klar: Das will ich!

Tatjana Weichel hat einen einehmenden Schreibstil, emotional, liebevoll und wundervoll zu lesen. Sie hat es geschafft, dass ich schon nach wenigen Seiten komplett in der Geschichte war und mich von dieser auch nicht lösen wollte. Das Buch bietet, wie man schon am Klappentext erkennen kann, eine eher untypische Liebesgeschichte. Lara und Ben sind schon lange verheiratet und haben schon einige Höhen und Tiefen durchlebt. Man merkt: Die Liebe ist da, dennoch sind der Alltag und die Probleme ein schwerer Gegner. Reicht diese Liebe, um alles durchzustehen und glücklich zu sein?

Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt – und das ist hier auch gut und wichtig. Es gibt nicht nur die eine Seite bei Problemen und so konnte ich beide irgendwie verstehen. Beide machen Fehler – aber aus der Situation heraus und beide meinen es keineswegs schlecht,

Die Zwei haben sich verloren und zusätzlich zu dieser Liebe kommen andere Gefühle: Enttäuschung, Unsicherheit und Wut. Ich konnte absolut mit den beiden mitfühlen und war genau so zwiegespalten wie die Charaktere selbst. Besonders Lara fand ich sehr mutig in dieser Situation. Ein besonderes Ereignis gab für sie den Ausschlag und: sie zieht es durch!

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Es hat so viele verschiedene Gefühle geweckt. Ich konnte mit den Charakteren fühlen und ihre Handlungen nachvollziehen. Manchmal wollte ich einschreiten und beiden den Kopf waschen. Die Entwicklung der beiden war toll – es ist so wichtig, eigene Ziele und Träume zu haben, auch wenn man als Paar glücklich ist.

Immer zusammen und doch jeder für sich.

Ist das erstrebenswert? Sicherlich ist es wichtig, Zeit miteinander zu verbringen. Sei es gemeinsame Hobbys zu haben oder Kinder oder Spaziergänge oder Treffen mit Freunden. Aber Ben und Lara gibt es theoretisch nur im Doppelpack.

Besonders über Ben musste ich doch schmunzeln. Die Autorin macht ihn lebendig, obwohl er leidet. Er gibt auf und wird doch irgendwie besser.

Gott, ich bin so ein klischeehafter Versager. Kaum  ist die Frau weg, versumpft der Mann im Dreck.

Dennoch bleibt ein bisschen Kritik, was aber eher die Handlung angeht. Nein, theoretisch haben Leser diese nicht zu kritisieren – die Geschichte ist, wie sie ist. Dennoch fand ich, dass den Charakteren so manches “zu leicht gemacht wurde”, insbesondere zum Ende hin. Zack, da war die Lösung, die eines der größten Probleme einfach so auflöste. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass die beiden es ohne Hilfe auf die Reihe kriegen. Dass sie sich auch durch dieses durchkämpfen und zusammenstehen. Unterstützung ja, besonders durch (ich fand den Namen, den Diana von Magictimes ihm in ihrer Meinung gegeben hat, genial) den “Sidekick”, den Großvater, der Ben auch mal zwischendurch in die Kritik nimmt und ihm den Kopf wäscht.

Das ist aber jammern auf höherem Niveau. Das Buch ist toll geschrieben und hat mich viel zum Nachdenken gebracht. All die Gefühle wurden so transportiert, dass ich es nachempfinden konnte. Ich hatte keine Seite, die ich hier unterstützen konnte, beide Charaktere haben mein Herz berührt und ich habe dauerhaft gehofft, dass alles irgendwann wieder gut wird. Zeitgleich habe ich die beiden irgendwie gefeiert – weil sie auch allein irgendwie genug, nein sogar besser sind.

Das Buch ist voller Gefühle und bietet eine andere Geschichte als dieses typische sie lernten sich kennen und lieben.

Ich kann Euch das Buch absolut ans Herz legen. Ihr solltet Euch auch unbedingt die Meinung von Lesen im Mondregen dazu durchlesen. Sie kann noch deutlicher machen, WARUM das Buch von Euch gelesen werden sollte.

 

Das Buch

Zehn Jahre Ehe, doch vom gemeinsamen Lebensglück sind nur zerbrochene Träume geblieben.

Als Lara ihren Mann bei einer schwerwiegenden Lüge erwischt, trifft sie eine Entscheidung: Für ein halbes Jahr besteht sie auf einer Pause von der Ehe, um herauszufinden, ob sie überhaupt noch zueinander gehören.

Doch während Ben ohne seine große Liebe strauchelt und sich selbst kaum erträgt, lebt Lara auf … und sechs Monate sind eine lange Zeit.

Quelle: Rabenwald Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.