Rezensionen

Leseeindruck: Cursed

Cursed – Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit
Jennifer L. Armentrout
Piper ebooks
398 Seiten

Vielen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar, das hat keinen Einfluss auf meine Meinung.

Ein Fantasy-Einzelband? Endlich mal nicht auf eine Fortsetzung warten! Von Jennifer L. Armentrout? Ich mag es, wie die Autorin schreibt und habe schon einige von ihren Büchern gern gelesen. Und dazu ein Klappentext der neugierig macht – das wollte ich unbedingt lesen!

Die Geschichte hat mich direkt auf den ersten Seiten gepackt, was auch dem Schreibstil der Autorin geschuldet ist. Sie schreibt locker, mitnehmend, witzig und auch gefühlvoll – eine gute Kombi.
Als Leser taucht man direkt in das Leben von Ember und ihrer Schwester Olivia ein – Ember, die von Olivia dank einer besonderen Gabe nach einem Autounfall direkt wieder zum Leben erweckt wurde, die es aber damit nicht unbedingt leichter hat im neuen Leben. Berührungen sind nicht möglich – und da muss man natürlich aufpassen. Alles, was Ember bewusst oder auch zufällig berührt, stirb, egal ob Menschen, diere oder Planzen.
Ember mochte ich – natürlich hadert sie oftmals mit ihrem Leben, sie muss SEHR vorsichtig sein, aber irgendwie ist sie ein cooler Typ mit einem Hang zum Sarkasmus. Was mich manchmal irritiert hat: Das einzige, dass sie mit in ihr neues Leben zurückgebracht hat, ist ihre dunkle Gabe, oder (je nachdem wie man es bezeichnen will) der Fluch, dass alles, was sie berührt, stirbt. Ansonsten ist sie ganz normal. Sie isst, trinkt, hat Hunger, friert, schläft, und kann auch krank werden. Ganz normal halt. Ich will das nicht bemängeln, ist in dem Plot halt so, aber irgendwie hatte ich in meinem Kopf den Gedanken, dass man nicht so leicht krank werden kann wenn man schon mal tot war. Die fünfjährige Olivia ist süß, ist aber auch nicht immer einfach zu handhaben. Wutanfälle, Zickereien, typisch fünfjährige eben.

Tatsächlich sind meine Gedanken zu dem Buch insgesamt leicht widersprüchlich, nicht nur weil ich es mir anders vorgestellt habe, wie das Leben ist, wenn man aus dem Tod zurückgeholt wird (nochmals – keine Kritik, sondern MEIN wirres Hirn, das sich wunderte). Ich stelle Euch meine Konflikte mal im Schnelldurchlauf vor:

  • Das Buch hat mich eigentlich komplett gepackt – selbst bei der Arbeit habe ich an die Geschichte gedacht und gehofft, dass ich zuhause weiterlesen kann. Zuhause bin ich dann aber komischerweise nur langsam vorangekommen. Ein paar Seiten gelesen und dann wieder weggelegt. Normalerweise lese ich Highlights in einem Rutsch weg, also scheint mir vielleicht doch etwas gefehlt zu haben? Oder aber es lag nicht an der Story, sondern am “realen” stressigen Leben – ich bin mir da tatsächlich nicht ganz sicher.
  • Ember ist tough und cool, wie sie durchs Leben geht – dass sie manchmal ein wenig jammerig ist, sei ihr gegönnt. Dennoch wollte ich sie manchmal in die richtige Richtung schubsen. Ohne anfassen natürlich!
  • Auch Hayden als männlichen Protagonisten mochte ich. Sein Verhalten ist, besonders im nachhinein, absolut nachvollziehbar, aber beim Lesen hatte ich doch zwischendurch den Gedanken: Mach hier kein Drama. Es ist ein bisschen zu gewollt Zweifel zu säen.
  • Einige Charaktere waren gut ausgearbeitet – dafür blieben manche Nebencharaktere viel zu blass und über diese hätte ich gern mehr erfahren.
  • Es gab ein paar Überraschungen, bei denen es erst im Nachhinein Klick gemacht hat – manches konnte man aber schon nach dem ersten Viertel vorausahnen. Es war zu offensichtlich und dennoch war ich neugierig, WIE es erklärt werden würde und wie die speziellen Zusammenhänge sind.
  • Das Ende kam mir zu schnell. Bei ungefähr 80% wurde ich stutzig, ob ich mich vertan habe und es vielleicht doch eine Reihe ist – aber nein, es ist ein Einzelband. Ich empfand es dann auch ab diesem Zeitpunkt als zu übereilt und irgendwie Zack vorbei – wobei doch eigentlich alles wichtige noch aufgegriffen und erklärt wurde. Dennoch ließ es mich nicht ganz zufrieden zurück, auch wenn ich den Finger nicht genau drauf legen kann warum.

Ihr seht: Theoretisch bin ich total zufrieden und kann das Buch auch empfehlen, es hat mich gut unterhalten – praktisch bleiben ein paar kleine Kritikpunkte.
Wer die Bücher der Autorin gern liest, wird sicher gut unterhalten werden. Kritische LeserInnen werden sicherlich einige Punkte haben, die nicht ganz rund sind.

Also: Am besten selbst testen!

Das Buch

Sterben ist ätzend – das weiß die 17-jährige Ember McWilliams aus eigener Erfahrung. Nach einem verhängnisvollen Autounfall hat ihre kleine Schwester sie dank einer übersinnlichen Gabe von den Toten zurückgeholt. Eigentlich nicht schlecht, nur dass seither alles, was Ember berührt, stirbt. Sie hält sich gewissenhaft an ihre Regel, nichts Lebendiges zu berühren – Jungs eingeschlossen. Doch als Hayden Cromwell an ihrer Schule auftaucht und behauptet, Ember könne ihre Gabe mit seiner Hilfe kontrollieren, weckt er ihr Interesse. Ember würde alles dafür tun, wieder andere Menschen berühren zu können. Sie möchte die Hand ihrer kleinen Schwester halten. Und sie muss zugeben, dass sie auch gerne Hayden küssen würde.

Quelle: Piper ebooks

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