Rezensionen

Leseeindruck: Evig Roses – Das Finale

Evig Roses – Band 7 & 8
Jasmin Romana Welsch
424 Seiten/449 Seiten

Ich habe im Januar die letzten beiden Teile von Evig Roses beendet und es fällt mir total schwer, Worte zu meiner Meinung zu finden.

Band 1 – 5 der Reihe habe ich absolut geliebt. Danach, insbesondere in den letzten beiden Teilen, geht es (natürlich auch weil es auf das große Finale hinausläuft) in eine ganz andere Richtung und wird deutlich düsterer. Im Hinblick auf das Ende ist es passend, tiefgründiger und auch nicht schlecht gemacht – aber die Leichtigkeit und der Spaß, die einen Großteil der Bücher ausmachte, ist nicht mehr so präsent.

Wahrscheinlich hat mein sich nach Unterhaltung sehnendes, oberflächliches Etwas ein fröhliches “Bumsiversum” bis zum Ende gewünscht und war enttäuscht, dass es auf einmal in eine ganz andere Richtung geht. Tja, leider ist das Leben nicht immer fröhlich und eigentlich hat die Autorin damit alles richtig gemacht. Sie zeigt, dass auch vermeintlich starke und lockere Menschen Probleme in sich tragen können, die man von außen nicht sehen kann. Die Bücher sind nicht schlecht, das will ich gar nicht sagen – und sie gehen unglaublich in die Tiefe. Die Autorin und die Charaktere haben eine gemeinsame Entwicklung durchgemacht. War Emma noch zu Beginn eher der Typ:

“Gut, dass mir eingefallen ist, dass ich kein braves Mädchen bin. Ich bin eine verpeilte, vom Sofa fallende, ihren Bruder anlügende, mittellose Kunst-Trulla, die ihren Arsch hochkriegen muss, um dieses Problem zu lösen. Und wenn besagten Arsch jemand kaufen möchte: umso besser!”

gerät sie nun in eine Abwärtsspirale aus Gedanken und Gefühlen. Verdrängung, Depressionen, Aufarbeitung, Selbstschutz – all das sind zentrale Themen der letzten Bände. Wichtige Themen – ohne Frage, und die Bücher zeigen, dass die Autorin nicht nur grandiosen Humor kann, sondern auch Charakterentwicklung mit vielen verschiedenen Facetten.

Mein Problem war leider dass die Entwicklung der Charaktere, besonders Emma & Pascal für nicht nachvollziehbar war. Aus Spoilergründen werde ich nicht zu sehr darauf eingehen – aber Emmas Wesen war zu Beginn einfach ganz anders und nicht ein Satz deutete auf anstehende Dinge hin. Natürlich brechen manche Dinge oft erst durch einzelne Taten oder spezielle Situationen hervor, aber es gab in den ersten Büchern in Emmas Gedanken nicht einen Hinweis auf diese Art von Vergangenheit, sodass mir ihre Entwicklung zu sehr gedreht und hingeschrieben wurde. Der Punkt Verdrängung wäre natürlich hier ganz wesentlich und erklärt theoretisch die Entwicklung. Praktisch war für mich der Kontrast aber einfach zu krass. Auch das Verhalten und die Entwicklung anderer Charaktere des Buches – manche fand ich genial, manche eher grenzwertig. Kann man mögen, muss man aber nicht, aber auch das ist im richtigen Leben ja nicht anders…

Jetzt verrate ich aber nichts mehr! Das ist jetzt nur meine Meinung, die eindeutig nicht von vielen geteilt wird, wenn man die Rezensionen liest. Eine Reihe, die mit herrlichstem Humor startet und wahnsinnig gut unterhält – mein Lieblingsteil war eindeutig Nummer 5. “Leider” (ja, hallo hier wieder mein sich nach Unterhaltung sehnendes, oberflächliches Etwas) hat Jasmin Welsch nicht nur den genialen Humor drauf, sondern auch noch mehr. Hätte es in den ersten Teilen auch nur dezente Hinweise auf die bevorstehende Entwicklung gegeben, hätte es das ganze für mich rund gemacht.

Aber insgesamt: ganz großes Kino! Was habe ich gelacht und mitgelitten.

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