Rezensionen

Leseeindruck: Love Challenge

Love Challenge
Helen Hoang
KYSS Verlag
384 Seiten

Kurzer Rückblick zu Teil eins: “Kissing lessons” hat mich positiv überrascht. Eine süße und witzige Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Die Protagonistin war so bezaubernd und auch die Nebencharaktere haben mir total viel Spaß gemacht. Deshalb habe ich auch gerne zum zweiten Band der Reihe gegriffen. Besonders bei diesen Büchern ist, dass sie sich um Protagonisten mit Autismus dreht. Die Autorin leidet selbst am Asperger Syndrom und kann einige ihrer Erfahrungen einbauen.

Teil zwei war herausfordernd für mich. Mehrmals war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Mein großes Problem in dem Buch war My, die Protagonistin. Ich mochte sie am Anfang einfach nicht. My lebt mit ihrer Familie in Vietnam. Sie ist Mutter einer kleinen Tochter, die ungeplant zur Welt kam und sie lebt mit ihrer Familie in Armut und auch ohne Hoffnung. Während eines Jobs wird sie durch Zufall von einer Amerikanerin angesprochen, dass sie die perfekte Frau für ihren Sohn Khai wäre. Der natürlich tooootaaal heiß und gut aussehend ist.
My überlegt, lässt sich aber letztendlich von ihrer Mutter davon überzeugen, dass dieser amerikanische Mann ihre Zukunft und die ihrer Tochter retten kann. Ebenso hegt sie die Hoffnung, in Amerika ihren eigenen Vater zu finden. Viel weiß sie nicht über ihn, nur die Uni, die er besucht hat und seinen Namen.

Mys Beweggründe sind alles Ziele, die ich absolut verstehen und nachvollziehen kann, wirklich. Wer wünscht sich nicht ein besseres Leben? Ihre Entscheidung ist also nicht das Problem für mich – aber ihre Art und Weise. Mys Gedanken und die Lügen haben sie für mich oftmals unsympathisch gemacht. Michael aus Teil eins hat sich zwar auch prostituiert (was My in gewisser Weise ja auch macht) aber er war zumindest stets ehrlich dabei. My hingegen verschweigt und lügt und ihre Gedanken haben sie in meinen Augen nicht sympathischer gemacht.

Der Sohn, der von seiner Mutter verheiratet werden soll, weiß allerdings von nichts. Überraschung! Khai ist Autist und ist am liebsten für sich allein. Er glaubt, ein Herz aus Stein zu haben und nicht lieben zu können, auch mit Nähe und Berührungen hat er teilweise ein Problem. Er ist wirklich gut ausgearbeitet und beschrieben mit seinen kleinen Macken und Problemen aber auch mit seinen wahsninnig guten Wesenszügen. Eigentlich stimmt er der Vereinbarung, es mit My zu versuchen, nur aus einem Grund zu: seine Mutter verspricht ihm, ihn dann ein für alle Mal in Ruhe zu lassen und ihn nicht mehr zu verkuppeln.

Khais Mutter war auch so eine Sache. Ja, sie will nur das Beste für ihren Sohn. Ihm aber für drei Monate eine völlig fremde Frau einzuquartieren und von ihm zu verlangen, dass er sie wie seine Verlobte zu behandeln hat… phhhh, ich hätte an seiner Stelle deutlich anders reagiert.

Es hat so ziemlich das halbe Buch gedauert, bis ich mich “eingelesen” habe und mich mit dem Buch angefreundet habe, dann hat mir aber die Entwicklung beider Charaktere ziemlich gut gefallen. Khai kann nicht wirklich seine Gefühle zeigen, denn er ist nach wie vor der Meinung, dass er keine hat. Gefühle sind allerdings vielfältig und so zeigen sie sich auch. Bis er selbst sich dieses eingesteht dauert es relativ lange, aber die Art und Weise wie es geschieht fand ich grandios umgesetzt.

Das Ende hat mir richtig gut gefallen. Nicht, weil es endlich vorbei war, sondern weil es mal ein Showdown der besonderen Art war. Mit My habe ich nicht nur meinen Frieden sondern sie sogar ins Herz geschlossen, auch ihre Entwicklung hat mich wirklich zufrieden zurück gelassen.

Eine absolute Leseempfehlung kann ich für dieses Buch leider nicht aussprechen, dazu habe ich am Anfang doch zu sehr damit gehadert. Die anderen Rezensionen scheinen aber recht gut auszufallen, deshalb: Sollte euch das Buch interessieren, dann probiert es einfach aus.
Ob ich Band drei lesen werde, das weiß ich noch nicht, das werde ich wahrscheinlich je nach Lust und Laune und abhängig vom Klappentext entscheiden.

Das Buch

LIEBE IST EINFACH …
Seine Mutter will, dass er heiratet. Khai will, dass sie ihn in Ruhe lässt. Also schließen die beiden einen Pakt: Khai wird drei Monate mit der Frau zusammenleben, die seine Mutter für ihn ausgesucht hat. Danach hören die Kuppelversuche auf und sie akzeptiert ein für alle Mal, dass Khai als Autist einfach nicht für die Liebe gemacht ist.

… ALLES ANDERE ALS EINFACH!
Esme will ein besseres Leben. Für sich und ihre Tochter. Dafür ist sie bereit alles zu tun, selbst in die USA zu fliegen und einen vollkommen Fremden kennenzulernen. Einen extrem attraktiven und etwas sonderbaren Fremden. Sie hat drei Monate Zeit, Khais Herz zu gewinnen. Nur leider ist es viel einfacher, ihr eigenes an ihn zu verlieren!

Quelle: KYSS Verlag

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