Rezensionen

Leseeindruck: Never doubt

Never doubt
Emma Scott
Lyx Verlag
496 Seiten

Vielen Dank an Netgalley und den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar – das hat keinen Einfluss auf meine Meinung.

Okay, diesen Eindruck habe ich echt lange vor mir hergeschoben. Als allererstes: Ich mochte das Buch, aber das ist auch keine Überraschung. Emma Scott gehört mittlerweile zu den Autorinnen, bei denen ich mir sicher bin, dass mich eine gute Geschichte erwartet. Ich fand das Theater-Setting sehr schön gewählt und absolut passend: Hamlet. Die Verflechtungen, das “reale” Leben und die Entwicklungen des Stückes ergänzten sich phänomenal. Auch an den Protagonisten habe ich prinzipiell nichts auszusetzen – insbesondere Issac ist ein toller Charakter, der, trotz seiner Vergangenheit, ein wahnsinnig toller Kerl ist. Besonders gut sind hier auch viele Nebencharaktere ausgearbeitet – ich mag es sehr, wenn so eine Vielfalt an Charakteren in Büchern ist, die ich sympathisch finde und die nicht nur Mittel zum Zweck sind. Jede Menge Gefühle gibt es auch und ich habe auch wirklich oft mitgelitten. Emotionen vermitteln – das kann die Autorin perfekt. Beide Protagonisten nutzen das Theater um ihre Gefühle und Erfahrungen zu verarbeiten. Das hört sich doch alles erstmal sehr gut an, oder? Ist es auch, wirklich – ABER dennoch ist es kein Buch, das ich von Herzen und voller Inbrunst empfehlen kann.

Was genau mich gestört hat? Irgendwie fehlen mir die Worte und eine richtige Erklärung, deshalb habe ich die Rezension auch so lange herausgezögert. Teilweise liegt es vielleicht daran, dass mir die Probleme zu viel hergeholtes Drama waren. Also für “unsere” Verhältnisse – ich weiß aber auch, dass Amerika teilweise wesentlich konservativer ist. Das gilt nicht für die Hauptprobleme, die die Protagonisten mit sich herumtragen, die sind schon ziemlich heftig. Emma Scott hat hier verschiedene Thematiken angepackt. Ich verstehe die Leserinnen, die teilweise eine Triggerwarnung fordern – denn einfach sind beide Themen nicht. Willow tat mir so verdammt leid – und ihre Art, die Dinge zu verarbeiten war teilweise herzzerreißend (X). Ich konnte ihre Gefühle teilweise komplett nachfühlen – und es waren jede Menge Gefühle, die zu verarbeiten waren.
Was ich an Willow aber nicht so gerne mochte: Für mich war sie eine schlechte Freundin. Hört sich blöd an, ich weiß – aber sie hat sich bei Angie nur gemeldet, wenn sie sie brauchte. Ich kann mich auch leider in Dinge, die mich stören, reinsteigern (besonders, wenn sie sich wiederholen) und das habe ich wahrscheinlich in diesem Fall. Angie ist eine typische perfekte Highschool-Freundin. Nein, das ist keine Kritik á la das ist aber Klischee, ich mochte sie und ihre lässigen Shirts wirklich sehr.
Nächster Punkt: Das Ende kam zu schnell für mich. Zack, vorbei, das war es.

Es ist nicht so, dass ich das Buch nicht empfehlen kann – es ist definitiv eine tolle Geschichte, gut durchdacht und sehr gut geschrieben. Es sind bei mir Kleinigkeiten gewesen, die dafür gesorgt haben, dass ich das Buch nicht genauso mochte wie die vorherigen Bücher der Autorin. Dennoch glaube ich, dass es vielen Leserinnen sehr gut gefallen wird. Wenn euch die Idee Leben – Theater anspricht: Los, versucht es.

Das Buch

Manchmal braucht man die Worte eines anderen, um seine eigene Geschichte zu erzählen …

Für das, was vor einem Jahr geschah, hat Willow keine Worte. Erst als sie die Rolle der Ophelia am städtischen Theater bekommt, sieht sie eine Chance, ihren Schmerz mit den Zeilen Shakespeares in die Welt zu schreien. Ihr Hamlet ist Isaac Pearce, der Bad Boy der Stadt. Instinktiv versteht Isaac ihren Hilferuf, und mit jeder Konfrontation der tragischen Liebenden auf der Bühne kommen Willow und Isaac sich näher. Doch um wieder wirklich zu leben, muss Willow ihre eigene Stimme finden …

Quelle: LYX Verlag

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