Rezensionen

Leseeindruck: Never let me down

Never let me down
Sarina Bowen
Lyx Verlag
400 Seiten

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Netgalley und den Lyx Verlag – das hatte keinen Einfluss auf meine Meinung.

Ich kenne schon ein paar Bücher von Sarina Bowen und mag ihren flüssigen und lockeren Schreibstil – tolle, leichte Unterhaltung meist garantiert. Da dieses Buch ein Einzelband ist (was ja heutzutage eher selten vorkommt), zudem der Klappentext, der mich mit “Cinderella Story” gelockt hat – ich wollte es unbedingt lesen. Einmal vorab: Als Cinderella Story, worauf ich wirklich jedes Mal anspringe, würde ich es nicht bezeichnen. Rachel wechselt durch den Umzug zu ihrem Vater zwar in ein “reiches” Leben, ihr werden Dinge ermöglicht, die vorher nicht selbstverständlich waren, das war es dann aber auch schon. Was nicht heißt, dass es schlecht war, ich finde nur die Beschreibung in diese Richtung nicht wirklich gelungen.

Zur Geschichte an sich: Wie erwartet, hat sich das Buch schnell und angenehm lesen lassen. Ich mochte den Einstieg gern: Rachel lernt nach dem Tod ihrer Mutter ihren leiblichen Vater kennen – einen Rockstar, der ihr eigentlich nur durch die monatlichen Unterhaltszahlungen bekannt ist. Als Kind hat Rachel ihn vergöttert und gestalkt, allerdings kam es nie zu einem persönlichen Treffen. Ihre Mutter war sehr wortkarg bezüglich des Vaters und wollte kein Treffen oder Kennenlernen. Er hat sich auch nicht in diese Richtung bemüht aber jetzt stehen sich die beiden auf einmal gegenüber. Schwierige Situation – für alle Beteiligten. Irgendwie fand ich Freddy, ihren Vater, obwohl er sich nie gekümmert hat, auf seine eigene Art und Weise ziemlich süß. Im Laufe der Geschichte hat er sich wahnsinnig bemüht alles richtig zu machen und hat alle Hebel in Bewegung gesetzt. Dass Rachel dem Frieden nicht traut, ist nach fast 18 Jahren allerdings auch ziemlich verständlich.

Natürlich enthält die Geschichte auch eine Lovestory, deren Anfang und Entwicklung ich ganz süß fand, die mich aber nicht komplett mitreißen konnte und die auch nicht der Fokus der Geschichte ist. Ich habe mich nicht so in die beiden verliebt wie ich es gerne hätte.

Was ich ganz gelungen fand, war die Thematik, dass man tief im Inneren erst einmal mit Dingen abgeschlossen haben muss. Manches sitzt so tief, dass man seine eigenen Probleme nicht wirklich greifen kann. Obwohl man denkt, dass man Dinge will, kann sich das eigene Unterbewusstsein aufgrund der Vergangenheit und der Erziehung dagegen sträuben. Ich konnte es selbst nicht wirklich greifen in dem Buch und habe zwischenzeitlich andere Erklärungen in meinem Hirn für mich selbst ausgearbeitet – aber manchmal kann es etwas ganz einfaches sein – dass dennoch tiefe Spuren hinterlässt.

Klingt soweit gut, oder? Ja, war es prinzipiell auch – aber irgendwas fehlte mir dennoch. Die Charaktere sind irgendwie nicht ganz greifbar und vorhersehbar, was einerseits ja nicht schlecht ist, andererseits konnte ich mich aber nicht wirklich in sie hineinversetzen. Ich habe versucht sie zu verstehen – einerseits fand ich es spannend, in die “Psyche” der Charaktere einzusteigen, andererseits war ich genervt, dass sie nicht einfach miteinander gesprochen haben, was ja oftmals das Problem in solchen Büchern ist. Manche Probleme lassen sich einfach deutlich schneller lösen und beschwört keine zusätzlichen, oftmals unnötige, Handlungsstränge, herauf . “Reden hilft”, das sage ich auch immer meinen Kindern. Natürlich ist es, sowohl in Büchern, als auch im richtigen Leben nicht leicht, manche Dinge anzusprechen.

Hat es mir gefallen? Eigentlich schon! Es ist kein Buch, dass ein absolutes “Oh war das schön Gefühl” in mir ausgelöst hat, dafür waren, meiner Meinung nach, manche Dinge nicht gut genug ausgearbeitet und abgeschlossen. Aber es ist dennoch ein Buch, das mich nicht schlecht unterhalten hat.

Macht was draus… Eine klare Empfehlung von “Das müsst Ihr lesen” ist es nicht, aber es war dennoch ein Buch, das ich irgendwie ganz interessant in einigen Aspekten fand.

Das Buch

Aufwühlend und romantisch: die perfekte Mischung aus Cinderella-Story und THE IVY YEARS

Nach dem Tod ihrer Mutter trifft Rachel Kress das erste Mal ihren leiblichen Vater Freddy Ricks – den größten Rockstar der USA. Sie betritt eine völlig neue Welt aus Reichtum und Freiheit. Und er erfüllt ihr ihren größten Traum: das Studium am Claiborne College. Dort verliebt sie sich in Jake. Doch je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Rachel, dass sie erst wirklich nach vorne blicken kann, wenn sie sich den Fragen ihrer Vergangenheit stellt, die nur ihr Vater beantworten kann …

Quelle: Lyx Verlag

 

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