Rezensionen

Leseeindruck: Staying Human

Staying Human: Finn & Razhar (Die Kreathar 2)
Dominique Heidenreich
448 Seiten

Band 1 habe ich im letzten Jahr absolut gefeiert – die Autorin schreibt einfach grandios. Man muss kein Sci-Fi-Fan sein, um ihre Bücher zu lesen. Ich war jetzt sehr neugierig auf Teil zwei – Dank meines schlechten Gedächntnisses musste ich nochmal kurz in Band 1 reinlesen, um mir die Charaktere und Geschichte nochmal in Erinnerung zu rufen und da war sofort wieder große Liebe zu spüren.

Dieser Band spielt zeitlich größtenteils vor “Going Berserk”. Es empfiehlt sich aber dringend, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man sonst von einer Schlüsselszene gespoilert wird.

Ich könnte es ganz kurz machen: Auch dieses Buch ist absolut genial.

Etwas länger als das? Okay:
Es war so unglaublich spannend, schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so richtig wach gehalten wie dieses hier. Die Autorin hat genau die richtige Mischung aus brutal (und WIE brutal) und auf der anderen Seite gefühlvoll.

Finn ist die Protagonistin des Buches und sie ist echt toll. Gebrochen, stark, verwirrt und von ihren Gefühlen überwältigt. Das Ganze ist so nachvollziehbar geschrieben und dennoch wollte ich sie als Leserin anbrüllen: “Sei doch nicht so doof!” Zum Glück hat sie wenigstens eine Freundin als Unterstützung, denn ihre Familie kann man ganz gediegen in die Tonne treten (um es mal vorsichtig auszudrücken). Missbrauch, Gewalt, Unterdrückung, eine toxische Beziehung, Schuldgefühle – jede Menge Emotionen und das allermeiste davon muss Finn einstecken. Ist es ein Wunder, dass sie gegen die Situation allgemein und gegen ihre Familie rebellieren will?

Die Situation für menschliche Frauen ist… kompliziert. Nein, eher wirklich fürchterlich, denn Frauen sind absolut nichts wert. Die Autorin spart definitiv nicht daran, das zu zeigen, egal was für Handlungen gezeigt werden. Es ist nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch die psychische – derb, übel, aber richtig gut.

Hier kommen dann die Kreathar ins Spiel – eigentlich Aliens, aber teilweise “menschlicher” und gerechter als die richtigen Menschen. Die kleine Gruppe, die mit Finn in die Verhandlungen geht, ist super. Charakterlich völlig unterschiedlich aber so ergänzen und mögen sie sich. Manchmal habe ich mir fast gewünscht, Teil dieser kleinen Gruppe, des “Nataris” zu sein. (Wobei ich ja eigentlich das beste Natari schlechthin habe).

Ein kurzes Fazit: Wieder einmal konnte mich die Autorin mit ihrem Buch begeistern. Ich liebe es einfach, wie sie schreibt, auch wenn es nichts für schwache Nerven ist.

Das Buch

Finn ist die Tochter einer der gefährlichsten Männer der Erde und wird von ihrem Halbbruder Mikhael regelmäßig auf dessen Befehl hin geschlagen. Sie erträgt ihre Situation mit Fassung, denn die Unterdrückung und Misshandlung von Frauen ist der Normalzustand.
Aller Gefahren zum Trotz plant sie eine Rebellion: Frauen von der Erde zu schaffen, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können. Doch dafür muss sie das Vertrauen und die Hilfe der Kreathar erlangen. Ein Unterfangen, das sich durch ihre aufkeimenden Gefühle für Razhar komplizierter gestaltet, als sie es für möglich gehalten hätte.
Denn sollten ihr Vater oder Mikhael ihr auf die Schliche kommen, sind ihr Leben und das derer, die sie zu schützen versucht, verwirkt.

Teil 2 der Sci-Fi Romance Dilogie “Die Kreathar”.

Dieses Buch ist gedacht für Erwachsene, auf Grund von expliziten, gewalttätigen, als auch inzestiösen und sexuellen Szenen. Es beinhaltet mehrere potentiell triggernde Themen wie emotionalen, körperlichen und sexuellen Missbrauch. Jede sexuelle Interaktion zwischen den Hauptcharakteren findet jedoch in beiderseitigem Einverständnis statt.

Quelle: Dominique Heidenreich

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