Rezensionen

Leseeindruck: The Watchers

The Watchers – Wissen kann tödlich sein
John Marrs
Heyne Verlag
544 Seiten

So. Erst einmal vorab: Ich mochte die Bücher, die ich bisher von dem Autor gelesen habe unglaublich gerne. “The One” war ein absolutes Highlight, das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe und ich war begeistert von seiner Art zu schreiben. Klug, unglaublich überraschend und total fesselnd. In jedem Kapitel ergab sich etwas Neues, sodass man durch die Cliffhanger gar keine Chance hatte, das Buch weg zu legen. Die Verbindungen, der Charaktere mit der Geschichte und wie alles ineinander übergeht… Hammer!

“The Passengers” und jetzt auch “The Watchers” gehören ein bisschen dazu, es reiht sich, obwohl es unabhängig gelesen weden kann, in die Welt ein und es gibt immer Zusammenhänge und Verweise auf die vorherigen Bücher. “The Passengers” hat mir auch gut gefallen – thematisch nicht ganz so gut wie das erste, aber trotzdem mega. Ein leicht futuristisches Setting, die Gedankengänge sind absolut realistisch und könnten jederzeit so umgesetzt werden. Tatsächlich wäre ich wahrscheinlich sein perfektes “Opfer” in diesen Szenarien – ich würde das alles sofort testen und mitmachen wollen.

Natürlich war ich jetzt gespannt auf das neue Buch. Staatsgeheimnisse die es zu schützen gilt, Hackerangriffe, Digitalisierung, auch wieder ein spannendes Thema! Seinem Schema, die Geschichte aus vielen verschiedenen Perspektiven zu erzählen und nach und nach immer mehr erschreckendes zu enthüllen, bleibt der Auttor treu, insofern ist es wieder packend geschrieben.

Jetzt kommt aber leider mein großes ABER. Dieses Mal konnte ich leider überhaupt keine Verbindung zu den Charakteren, die wir durch die Geschichte begleiten, aufbauen. Lange Zeit musste ich sogar immer überlegen “Wer war das noch?” – und das ist ziemlich blöd in so einer komplexen Story. Obwohl wir sie theoretisch gut kennenlernen, ihre Probleme und Sorgen größtenteils kennenlernen, verstehen, warum sie sich entscheiden Bewahrer und Wächter von Geheimnissen zu werden – sie waren mir tatsächlich größtenteils egal. Oftmals haben sie mich sogar genervt. “Mimimi hier, mimimi da. Ja, sie hatten alle einen guten Grund ihr Leben neu anzufenagen. Aber manche waren mir echt zu voll mit Selbstmitleid!

Manches was wir nach und nach erfahren ist schon ziemlich schockierend – aber es hat mich irgendwie nicht gepackt. Es stirbt jemand? Super! Einer weniger, an den ich mich erinnern muss.

Die Thematik des Buches – ja! Gut, sicherlich ein ganz wichtiges Thema, und ich bin mir sicher, dass hier ganz viel Wahrheit drin steckt. Es gibt bestimmt so einiges, dass unsere Regierungen uns nicht sagen wollen und das sie vertuschen. Auch die eingebundenen Verschwörungstheorien. Dennoch geht es mir bei der Thematik wie bei den Charakteren. Es ist mir irgendwie zu fern. Ich habe das Ganze aus einer Distanz heraus gelesen. Während die vorherigen Bücher auch in der Umsetzung für mich nachvollziehbar waren, blieb mir die Art, wie es hier gelöst wird zu unglaublich (mag sein, dass es so funktioniert, aber es war für mich überhaupt nicht greifbar) und ich konnte mich selbst nicht wirklich darin sehen.

Ich wollte das Buch total mögen! Es ist auch nicht schlecht, das will ich nicht sagen, der Autor schreibt genial. Aber ich habe selbst gemerkt, dass es mich nicht so wirklich packen konnte. Trotz allem, was nach und nach enthüllt wird, habe ich es fast eine Woche lang so gut wie ignoriert  und nur abends mal ein Kapitel gelesen. Dass es für mich persönlich eine anstrengende Woche war – ja gut. Aber ich weiß, hätte mich das Buch genau so gefesselt wie “The One”, hätte ich alles mgliche getan, um irgendwie weiterlesen zu können. Diese Erkenntnis überkam mich irgendwann und dann habe ich es einfach “hinter mich gebracht”. Ich wollte wissen wie es ausgeht – aber ich war nicht so besessen, wie ich es normalerweise bin.

Zum Ende habe ich dann unter der Buchbeschreibung, um niemanden zu spoilern noch eine Frage. Wenn also jemand das Buch gelesen hat – bitte scrollt ganz runter und schaut mal ob es wirklich einen Logikfehler gab, oder ob ich es schlicht und einfach nicht verstanden habe. DANKE.

Mein Fazit zum Buch: Kann man lesen. Reicht für mich aber aufgrund der Figuren, zu denen ich absolut keine Verbindung aufbauen konnte und auch aufgrund der zwar spannenden aber für mich eher doch weit hergeholten Grundstory nicht an seine vorherigen Bücher heran. Vielleicht kam das Buch für mich nicht zur passenden Zeit….

Ich werde auch seine zukünftigen Werke definitiv lesen, denn trotz meiner Kritik liebe ich es, wie er schreibt.

Das Buch

Im digitalen Zeitalter sind Informationen wertvoller als Gold. Doch Computer können gehackt und Files gestohlen werden. Nach einem massiven Cyberangriff fürchtet die britische Regierung um ihre Staatsgeheimnisse und entwickelt einen ebenso riskanten wie genialen Plan: die brisantesten Informationen werden offline genommen, in einen genetischen Code umgewandelt und fünf Zivilisten implantiert. Dafür bekommen diese so genannten Wächter die Chance auf ein neues Leben, eine neue Identität und finanzielle Unabhängigkeit. Auf keinen Fall aber dürfen sie Kontakt zueinander aufnehmen, denn gemeinsam kennen sie jede noch so schmutzige Parteiaffäre, die Wahrheit über Lady Di’s Tod und die intimsten Geheimnisse der Queen. Doch jeder der Wächter verfolgt eine eigene Agenda, und schon bald entwickelt das Regierungsprojekt eine Dynamik, in der niemand mehr weiß, wem er eigentlich noch trauen kann …

Quelle: Heyne Verlag

 

 

 

Frage zum Verständnis:

Ich habe die Textstelle jetzt nicht herausgesucht aber irgendwo wird gesagt, dass es keine Dateien mehr gibt – abgesehen von dem Wissen, das die Wächter in sich tragen. Wenn sie verloren gehen, ist all das geheime Wissen weg. Dennoch gibt es am Ende eine dritte Generation Wächter.

Sind die Dateien, durch das Herausschneiden oder wie auch immer, doch wieder zurück zur Regierung gefallen?

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