Rezensionen

Leseeindruck: Was Preema nicht weiß

Was Preema nicht weiß
Sameena Jehanzeb
360 Seiten

Ich schwanke zwischen: “Oh mein Gott, das Buch müsst ihr lesen weil:…. erst… hääähhhh?… und dann…. holla… an diesem Punkt…wow… außerdem… puhhh… argh… und das Ende war dann…” und “Ich sage euch gar nichts, ihr solltet Euch genau so ahnungslos auf das Buch einlassen wie ich”:

Ich versuche jetzt einen Mittelweg zu finden, Fakt ist aber, dass ich euch das Buch absolut empfehlen kann. Es ist so anders, so überraschend und absolut lohnenswert.

Ich hatte, bis auf Empfehlungen, keinerlei Ahnung worauf ich mich einlasse, denn so richtig viel über die Geschichte gibt der Klappentext ja nicht her. Ehrlich gesagt wusste ich das ungefähr bis zur Hälfte nicht, ich konnte nicht mal einordnen, was für ein Genre ich gerade lese.

“Die Welt endete am 13. April 2036 mit ohrenbetäubendem Getöse, einem allumfänglichen Verlust der Orientierung und einer so tiefgreifenden Furcht, dass sie einem den Verstand in tausend Scherben brach.” (Was Preema nicht weiß, Satz 1)

Wir wissen also: Weltuntergang und Preema wacht irgendwo im Nirgendwo auf, in einem weißen Raum, komplett nackt und ohne großartige Erinnerung. Die Schwerkraft ist völlig außer Kraft gesetzt und weder Preema, noch wir als Leser, haben den Hauch einer Ahnung, wo wir uns befinden.

Obwohl ich nicht mal den Hauch einer Ahnung hatte, was hier genau passiert, war ich durchgehend neugierig – eben weil die Situation so abstrus und seltsam war. Zusammen mit der Protagonistin erkundet man also diese neue Welt, aber auch die Vergangenheit, die bruchstückhaft in Preemas Erinnerung zurückkehrt. Das Buch ist in zwei Zeitebenen geschrieben, der seltsame IST-Zustand in der neuen Welt, bei der man versucht herauszufinden WER eigentlich dafür WIE verantwortlich ist, und die Vergangenheit, bei der man ab Preemas Kindheit, die sie sehr geprägt hat, dem Weltuntergang entgegensteuert.

Ich habe beide Zeitebenen gemocht und wusste nicht, welchem Geheimnis ich schneller auf die Spur kommen wollte.

Die Autorin schreibt erfrischend und auch witzig, dazu kamen aber auch etliche Szenen, die ich markiert habe, weil sie so grandios gelungen sind. Es ist verdammt schmerzhaft aber auch wunderschön. Die Liebe, die Preema nach und nach wiederentdeckt hat, konnte ich dank der Rückblicke absolut mitfühlen.

Das Ende und somit die Auflösung ist absolut schlüssig und rund – man kann es irgendwann kommen sehen, aber auch wieder nicht so richtig.

Fazit: Ein Buch, das komplett anders ist, fernab von “Habe ich schon mal gelesen” und mich absolut für sich einnehmen konnte. Ich bin so froh, dass es mir empfohlen wurde und gebe diese Empfehlung von Herzen gerne weiter. Es ist ein Buch, das in Erinnerung bleibt!

 

Das Buch

Wenn deine Reise am Ende beginnt, wohin mag sie dich führen?

Manche Tage fangen mieser an als andere. Besonders solche, an denen man schwerelos und ohne nennenswerte Erinnerungen in einem weißen Nichts aufwacht. Preema Anand sind nur zwei Dinge geblieben: ihr Name und die Gewissheit, dass die Welt untergegangen ist. Doch kurz bevor ihr Verstand dem Wahnsinn verfällt, trifft sie auf weitere Überlebende, die sich auf eine vermeintlich idyllische Lichtung mitten im Nirgendwo gerettet haben und Antworten in wilden Theorien suchen. Je dringlicher auch Preema die Geheimnisse ihrer Umgebung und die ihrer eigenen Vergangenheit zu ergründen versucht, desto deutlicher wird, dass ihre Erinnerungen gefährlicher für sie sein könnten als die grauen Schemen, die die Überlebenden heimsuchen.

Quelle: Sameena Jehanzeb

2 Kommentare

  • Aleshanee

    Guten Morgen!

    Das freut mich grade wirklich sehr! Ich fand die Geschichte auch außergewöhnlich und total schön aufgebaut! So viele Überraschungen und eine Gefühlsachterbahn – das hat die Autorin wirklich toll hinbekommen 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

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