Rezensionen

Leseeindruck: When you look at me

When you look at me
Kelly Moram
Rowohlt Verlag (Kyss Verlag)
368 Seiten

Ich liebe es, wie die Autorin schreibt. Normalerweise. “Wildflower Summer” war nicht so meins, aber es darf ja auch mal Ausnahmen geben. “When you look at me”  hat mich vom Klappentext sofort abgeholt und weil ich so gute Bewertungen gelesen habe, habe ich es spontan doch gekauft – obwohl ich genug im Regal habe und ich es eigentlich erst später lesen wollte…

Kann man erahnen, worauf ich hinaus will? Dieses Buch war leider nicht wirklich meins. Es ist nett geschrieben (und mit nett meine ich auch nett), den Anfang fand ich süß und gut – aber dann – ich kann nicht greifen, was mich gestört hat.

Ein Teil war sicherlich, dass mir die Protagonisten einfach zu perfekt waren. Ja, das sind sie in solchen Büchern fast immer und man sieht sie auch aus der Perspektive der Charaktere aus dem Buch, die meistens eine rosa Brille aufhaben. Aber Peyton ist einfach eklig perfekt, sowohl äußerlich (jede verdammte Stelle ihres verdammt perfekten Körpers wird uns erzählt) als auch innerlich. Ja Xavier ist verliebt und sieht ihre guten Seiten – aber puhh. ALLE vergöttern sie (naja, fast alle). Es ist nicht so, dass ich sie nicht mochte – aber ihre gesamte Perfektheit, die uns immer und immer wieder von Xavier erzählt wird, hat mich schon recht oft mit den Augen rollen lassen, ab ca einem Drittel des Buches bis zum Ende hin.

Mit ihm ist es übrigens genau so! Er ist so toll, seine wunderschönen whiskyfarbenen Augen, sein perfekter Köper, so “stattlich gebaut”, sein wunderbares Alphagehabe und seine unglaublich tolle und liebevolle, großherzige Art – perfekt.

Der Sex – kapitellang und natürlich unglaublich perfekt!

Beide haben ihre Probleme, die sind auch greifbar und nachvollziehbar. Also so theoretisch – ich habe es aber so gar nicht gefühlt. Als Beispiel Xaviers soziale Angststörung – er wirkt kalt und unnahbar, so wird er zum Auftakt beschrieben und das ist auch der Anlass, weshalb er sie als PR-Beraterin einstellt. Das wird aber nicht deutlich so wie er handelt und wie er im Laufe des Buches beschrieben wird. Es wird nur genannt, aber es passte für mich nicht, denn in keiner Situation mit anderen Menschen handelt er wirklich so. Ich mag ja grundsätzlich das Thema Mental Health in Büchern und finde es gut und wichtig, darauf einzugehen. Aber wie es hier verarbeitet wurde, hat mir leider gar nicht gefallen und ich glaube nicht, dass es eine Sozialphobie richtig repräsentiert, zumal er es bei sich selbst diagnostiziert hat.

Auch Xaviers Gedanken war ich manchmal gespalten. Er ist ein Technikfreak und Computernerd, der es geschafft hat, durch sein Genie erfolgreich zu sein. So weit so gut. Aber seine technischen Vergleiche waren schon manchmal… komisch! Sein Motherboard, seine Verkabelung, seine Festplatte, festplattenzerstörend, ein neues Programm aufspielen, die kompatiblen bzw. inkompatiblen Schaltpläne – so beschreibt er nicht sein Büro, sondern sich selbst und seine Gefühle. Irgendwie eine nette Idee, aber manchmal fand ich es doch sehr seltsam. Eventuell liegt es aber auch an der Übersetzung? Ich weiß es nicht.

Bei Seite 233 hatte ich arge Probleme das Buch zu mögen und kämpfte mit mir selbst – würde ich die Autorin nicht kennen, wäre es ein Abbruch-Kandidat gewesen… Aber so hatte ich noch Hoffnung, dass mich irgendwas überrascht. Spoiler: Hat es nicht. Es kam noch ein bisschen gewollte Dramatik, ein Hin und Her der Gefühle und Ängste, aber nichts, was mich überzeugt hat.

“When you look at me” gehört für mich in die Kategorie “Kann man lesen, muss man aber nicht” und hat für mich definitiv nicht den Charme anderer Bücher der Autorin.

Das Buch

Wenn sie ihn ansieht, steht seine Welt still!
Ein neuer Liebesroman der «Queen of Cozy Romance» und Spiegel-Bestseller-Autorin

Die meisten Menschen halten Xavier Gaines für einen eiskalten Roboter. Niemand ahnt, dass der erfolgreiche Geschäftsmann tatsächlich unter einer sozialen Angststörung leidet und nichts mehr hasst als Aufmerksamkeit. Doch wenn er seine Firma auf die nächste Stufe heben will, muss er lernen, mit Menschen und vor allem der Presse umzugehen. Nur einer einzigen Person vertraut er genug, um sie in seine Probleme einzuweihen: Peyton Smoke, eine Freundin aus Schulzeiten und inzwischen erfolgreiche PR-Beraterin. Die beiden vereinbaren von Anfang an vollkommene Ehrlichkeit. Nur eine einzige Sache behält Xavier für sich: dass er sich mit jedem Tag mehr wünscht, seine wichtigste Angestellte zu küssen …

Quelle: Rowohlt Verlag

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