Rezensionen

Leseendruck: Northern Love

Northern Love – Tief wie das Meer
Julie Birkland
Knaur Taschenbuch
382 Seiten

Tief wie das Meer – der Name ist Programm! Wer hier eine seichte Liebesgeschichte erwartet, liegt definitiv falsch. Ich habe nicht mal ansatzweise geahnt, was hier passieren wird – zumal ich bei Espen und Svea, die schon aus dem ersten Teil bekannt mit ihrer lockeren unverbindlichen Art sind, wirklich etwas ganz anderes erwartet habe.

Beide sind theoretisch “Traummenschen” (mir fällt gerade echt kein besserer Begriff ein). Gutaussehend, fröhlich, vielleicht etwas unnahbar und irgendwie “vom Glück geküsst”. Erfolgreich im Job, Espen ist der Traum aller Frauen und Svea das Gegenstück für die Männer. Beide haben kein Interesse an festen Bindungen. Darin sind sie sich einig und deshalb ist ihre Vereinbarung “Freundschaft mit Vorzügen” für beide ideal.

So, jetzt könnte man denken “Meeeh, ich weiß was passiert, ist doch wie in allen Büchern dieses Genres”. NEIN! Stille Wasser sind tief – das passt hier auch als Beschreibung ganz gut, wenn wir schon bei Gewässern sind. Die Geschichte ist ruhig – aber da ist gaaanz viel Tiefe, und man wird hinabgesogen, immer tiefer bis man selbst fast keine Luft mehr bekommt.

Als erstes zeigt uns dieses Buch perfekt, dass man Menschen nicht von den Äußerlichkeiten und Eindrücken beurteilen kann. Svea: Das immer perfekt geschminkte Püppchen, das Outdoor-Videos dreht, Frisurentipps gibt, Kalorien zählt und deshalb abends, weil das Kontingent aufgebraucht ist, keinen Glühwein mehr trinken kann – sie mag oberflächlich wirken, aber weshalb? Espen: Er ist der gutaussehende Arzt, der alles mitnimmt, was 2 Beine hat und weiblich ist und keinerlei Interesse an einer festen Bindung hat. Man könnte meinen, dass er einfach ein selbstverliebtes Ar… nur aus Spaß aus ist – stimmt sicherlich zum Teil, mag aber auch Gründe haben.

Im richtigen Leben denkt man nicht mal ansatzweise nach, was diese Gründe denn so sein könnten – und ich will auch hier keine Lanze für beziehungsunfähige Menschen brechen, denn manche wollen einfach nicht und da steckt auch nichts tiefgründige hinter. Aber Sveas & Espens Geschichte ist anders. Kaum taucht man ein und erkennt, was hinter den beiden steckt, ist es es schwierig, sich von der Geschichte zu lösen. Ich hatte echt schwer zu kämpfen damit und wollte vieles einfach nicht wahrhaben.

Es ist kein leichtes Thema, das die Autorin aufgreift – und damit meine ich nicht das oftmals typische dunkle Geheimnis. Das klingt jetzt alles so dramatisch – ist es auch. Aber auf der anderen Seite ist es auch so süß, dass ich mit Herzchenaugen vor dem Buch saß (trotz des Wissens, was noch kommt) und sie für ihren Weg und die Entscheidungen gefeiert habe. Go Espen!

Mehr kann ich jetzt beim besten Willen nicht zur Thematik sagen – greift euch das Buch und ab nach Lillehamn. Ich habe mich gefreut, wieder in dieses wunderschöne Örtchen und die Familie/Arztpraxis zu kommen. Die Charaktere sind schon aus Teil 1 bekannt und so ist es ein kleines bisschen wie ein Besuch bei guten Freunden. Mit denen man jetzt allerdings eine schwere Zeit durchmachen muss. Und am besten verbindet man es noch mit einem kleinen Kurzurlaub im Kopf, denn auch hier finden sich wieder traumhaft schöne Beschreibungen der Gegend. Am besten erst Teil 1 lesen, auch wenn Teil 2 theoretisch für sich alleine steht. (Außerdem sind die Bücher nebeneinander so wunderwunderschön!)

Das Buch

Wasserfälle, schroffe Felsen und endloses Meer – Svea ist nach Lillehamn gekommen, um Abstand zu ihren ehrgeizigen Eltern zu gewinnen. Einen Mann fürs Vergnügen hat sie auch schnell gefunden: ihren verdammt sexy Chef Espen Solberg. Ob auf dem Tennisplatz oder im Bett, Spaß haben sie auf jeden Fall. Nur vorsichtig gesteht Svea sich ein, wie viel sie längst für ihn empfindet. Doch Espen besteht darauf, dass er nicht der Typ für feste Bindungen ist. Sie ahnt nicht, welch furchtbares Geheimnis sich hinter seinem Nein verbirgt …
Quelle: Knaur Verlag

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