Rezensionen

Leseeindruck: Mehr, als du denkst

Mehr, als Du denkst
Maja Overbeck
Kampenwand Verlag (Nova MD)
340 Seiten

Ein neues Buch von Maja Overbeck – da war ich natürlich gleich Feuer und Flamme. Ich mag es total, wie sie schreibt: bildhaft, sodass man die Geschichten vor dem “inneren Auge” sehen kann (nein, das schaffen nicht alle AutorInnen bei mir), humorvoll und was ich besonders gerne mag: Es sind Geschichten mitten aus dem Leben, meistens schon ältere Charaktere Mitte 30 und somit auch mit anderen Problemen.

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht: Ein Hüttenwochenende mit der Schwiegerfamilie – und mit Überraschungsgast. Schon der Einstieg in das Buch hat das geboten, was ich mir erhofft habe, sogar noch mehr.

Die arme Marie hat nicht unbedingt Glück mit ihren Geburtstagen, dieser hier scheint aber alles zu toppen. Recht schnell lernen wir alle Charaktere kennen – aber, und das hat mir total gut gefallen, was dahinter steckt, erschließt sich nur langsam, durch Rückblicke in die Vergangenheit. Marie und Nik – beide haben ihre Geschichte miteinander.
Wechselnde Perspektiven, aber auch die wechselnden Stränge zwischen Gegenwart und Vergangenheit – ich fand es super abgestimmt und war in beiden Zeitebenen neugierig, wie es denn weitergeht. Die Vergangenheit hat es mir etwas mehr angetan – das Knistern, verliebte Gefühle, aber auch Freundschaft, sowas wie ein Bro-Code und Verbundenheit.

Marie, Leo und auch Nik – ich könnte soviel dazu sagen, aber ich glaube mein Platz reicht dafür nicht aus. Marie mochte ich total gerne und irgendwie tat sie mir leid. Ich merke – das kann ich auch über Leo sagen, ihren Mann. Er ist eigentlich ein Guter, ernsthaft (empfand ich zumindest so, obwohl er viiiieeele Fehler gemacht hat. Und er kann es nicht immer zeigen). Das kann Nik, sein Jugendfreund aber auch nicht.

Insbesondere Maries Freundin Charly hat es mir total angetan. Sie redet – welch wunderbare Abwechslung, und auf sie ist so richtig Verlass. Zudem hat sie das Ganze auch kräftig aufgelockert. Die anderen Nebencharaktere sind…. da fehlen mir ein bisschen die Worte. Passen genial in die Geschichte aber ich würde sie nicht unbedingt in meiner Familie haben wollen!

Ja, ich konnte vieles verstehen und nachfühlen, besonders in der Vergangenheit. In der Gegenwart hatte ich aber zum Ende hin deutlich mehr Probleme damit.
Reden hilft und ich mag es nicht so wirklich, wenn Probleme nur aufgrund fehlender Kommunikation entstehen. Deshalb habe ich eine Zeitlang mit den Charakteren gehadert und hätte ihnen, wenn ich gekonnt hätte, am liebsten den Hals umgedreht. “Rede endlich!!!” war oft mein Gedanke und dann – auf einmal und für mich völlig überraschend wurde geredet.

Passender Zeitpunkt und passende Aussage? Ich bin mir nicht sicher, ich habe mich hinterfragt, ob das etwas ist, was ich nach all den Jahren so kundgeben würde. Macht das Sinn im Zusammenhang? Für Euch wahrscheinlich nicht, dafür müsstet ihr das Buch selbst lesen und dann würde ich zu gern Eure Meinung dazu hören.

Mein Fazit –  toll geschrieben und das Buch, die Geschichte hat mich großartig unterhalten. Ich war so gespannt was in der Vergangenheit passiert ist und wie sich die Gegenwart entwickelt – ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch wenn mich die plötzlich ausgesprochene Wahrheit kurzzeitig irritiert hat, war ich am Ende wieder versöhnt und glücklich – und es ist ein Buch, das man, vielleicht auch weil man Dinge hinterfragt, länger in Erinnerung behält und darüber nachdenkt.

 

Das Buch

… als hätte jemand damals auf Pause gedrückt und jetzt ohne Vorwarnung zurück auf Play.

Ein Hüttenwochenende mit der Schwiegerfamilie? Nicht gerade das, was sich Marie zum Geburtstag erträumt hat, zumal der kriselnde Zustand ihrer Ehe mit Leo eher nach einem romantischen Italientrip schreit. Dann taucht ein Überraschungsgast auf und plötzlich überrollen vergessen geglaubte Erinnerungen alle anderen Gefühle. Als Leo auch noch unerwartet abreisen muss, bleibt Marie allein zurück. Mit Leos schrulliger Familie, mit ihrer Verwirrung – und mit Nik, der daran nicht ganz unschuldig ist …

Brighton, zehn Jahre zuvor. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag wird Marie von ihrem Freund verlassen. Dank der Zufallsbekanntschaft mit Leo, dem begehrtesten Typen der Uni, wird es dennoch ein denkwürdiger Abend. Und Leo scheint mehr als nur ein bisschen engagiert. Allzu gern lässt Marie sich auf die neue Freundschaft ein, auch wenn sie weniger an Leos gestählten Bizeps interessiert ist als an seinem besten Freund und Mitbewohner Nik …

Eine gefühlvolle Geschichte über lebenslange Freundschaft und große Liebe, über Fehler, Mut und zweite Chancen.

Quelle: Maja Overbeck

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.