Rezensionen

Rezension: Der Würfel

Der Würfel
Bijan Moini
Atrium Verlag
400 Seiten

Ich habe das Buch bei lovelybooks gewonnen und im Rahmen einer Leserunde gelesen. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Buches, das beeinflusst aber nicht meine Meinung.

Klappentext:

Deutschland wird von einem Algorithmus gesteuert: Der »Würfel« ermöglicht den Menschen ein sorgenfreies Leben, zahlt allen ein Grundeinkommen. Um das zu leisten, sammelt er selbst intimste Daten. Einer der wenigen Rebellen gegen dieses System ist der 28-jährige Taso. Mit großem Aufwand entzieht er sich der Totalerfassung indem er seine Entscheidungen mithilfe von Spielwürfeln trifft. Doch dann bekommt er Besuch von einer jungen Frau: Dalia ist aus einer Sekte geflohen und wünscht sich ein Leben in der schönen Welt des Würfels. Taso verliebt sich in sie. Plötzlich steht er vor einer unmöglichen Entscheidung: Verrät er seine Ideale – oder eine ideale Welt?

Quelle: Atrium Verlag

Meine Meinung:

So, das wird schwer. Einerseits war ich seit langer Zeit nicht mehr so froh, endlich fertig mit einem Buch zu sein, andererseits fand ich es echt genial und gut durchdacht.

Fangen wir mal mit dem Negativen an: Die Charaktere. Diese haben mir, so ziemlich komplett alle, nicht gefallen. In den meisten Büchern egal aus welchem Genre, habe ich irgendeinen Favoriten, jemanden, den ich mag oder mit dem ich mich halbwegs identifizieren kann. Hier: keiner. Alle empfand ich als entweder: unsympathisch, zu extrem oder aber als zu wankelmütig. Es gab keinen einzigen, der auch nur annähernd irgendwie “normal” rüber kam (naja, ein kleiner Nebencharakter erfüllt diese Kriterien ansatzweise). Ich denke, dass es einfach auch so gewollt ist, um die verschiedenen Positionen besser aufzeigen zu können aber es gab irgendwie keinen Mittelweg. Mit dem Protagonisten Taso wurde versucht, eine Figur zu erschaffen, die das System nicht einfach so hinnimmt, hinterfragt aber dennoch darin lebt – er lehnt es nicht komplett ab. ABER mit Taso hatte ich leider ein persönliches Problem. Ich mochte ihn einfach nicht und das hat mir leider zum größten Teil das Buch vermiest, sodass ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen hätte, wäre ich nicht Teil einer Leserunde gewesen.

Jetzt aber zum Positiven. Die Ideen, die hinter der Geschichte stecken, sind genial, erschreckend und absolut vorstellbar. Wenn ich sehe, was mit unseren Daten heutzutage schon geschieht – ein bisschen beängstigend ist das ja schon. Der Autor hat dies noch weiter ausgebaut und viele kleine vorstellbare Ideen und Weiterentwicklungen in die Geschichte einfließen lassen. Dinge, über die man oftmals erst nachdenken muss (wäre das wirklich möglich?) und dann erstaunt ist, was alles realisierbar sein könnte und tatsächlich sogar vorstellbar ist.

Ich wäre sicherlich von all diesen kleinen Spielereien und den Vorteilen, die das System so mit sich bringt begeistert und eine total angepasste Kubistin. Natürlich verstehe ich die Vorbehalte und fand es auch spannend, ein Gespräch von Taso mit (wie sage ich es, um nicht zu spoilern) einer wichtigen Person zu verfolgen. Seine Argumente sind absolut schlüssig – und vieles, was diese Weiterentwicklung uns an Vorteilen bringen könnte, ist auch nicht erstrebenswert – dennoch wäre ich ein leichtes Opfer.

Das nächste Positive: Der Epilog. Nicht, weil das Buch endlich vorbei war (naja, auch ein bisschen), ich finde den Epilog tatsächlich richtig gut gemacht – der hat mir das Buch gerettet. Mal ganz was anderes und Überraschendes.

Ich kann das Buch aufgrund der Thematik auf jeden Fall empfehlen – auch wenn ich persönlich mit den Charakteren meine Probleme hatte, aber das ist ja oftmals Geschmackssache.

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