Rezensionen

Rezension: One small thing

One small thing
Erin Watt
Piper Verlag
368 Seiten

Panemchallenge 2018, Monatsfeld Juli, WAise/Tod der Familie – die Schwester der Protagonistin stirbt

Klappentext:

Seit dem tragischen Tod ihrer Schwester ist im Leben von Beth nichts mehr so, wie es war. Sie vermisst ihre engste Vertraute schmerzlich, und ihre Eltern sind seither so ängstlich, dass sie Beth auf Schritt und Tritt bewachen. Doch eines Nachts schleicht sie sich heimlich zu einer Party. Dort trifft sie Chase, einen attraktiven und charmanten jungen Mann, der gerade erst in die Stadt gezogen ist. Sofort knistert es zwischen den beiden, und Beth schwebt im siebten Himmel. Bis sie erfährt, dass Chase ein düsteres Geheimnis hütet, das mit dem Tod ihrer Schwester eng verwoben ist …

Meine Meinung:

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar durch Netgalley zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür, dennoch wurde meine Meinung nicht beeinflusst.

Bücher von Erin Watt sind für mich einfach pure Unterhaltung – abschalten und lesen. Deshalb war ich sehr gespannt auf das neueste Werk des Duos. Doch hier merkt man schon am Klappentext, dass es nicht eine “ganz so süße” Geschichte werden würde wie z.B. “When it´s real” – und es gibt tatsächlich viel Drama.

Man fängt an zu lesen und ist gleich im traurigen Leben von Lizzie/Beth angekommen – Beth, deren Schwester bei einem Autounfall gestorben ist, von ihren Eltern aus Angst überbehütet wird und dennoch auch ein Leben im Schatten der Schwester führt. Ich bin selbst Mutter und will mir eine solche Situation gar nicht vorstellen – würde ich aus Angst um mein zweites Kind auch so reagieren? Ich kann mich nicht davon freisprechen, dass ich nicht genau so wie Beths Eltern sein würde – auch wenn deren Verhalten, insbesondere wenn man es aus den Augen von Beth sieht, extrem krass und einengend ist.

Auch Beth hat gespaltene Gefühle in mir ausgelöst – sie tat mir wirklich Leid und dennoch wollte ich sie mehrfach schütteln wegen ihrer so trotzigen, unüberlegten und krassen Handlungen, um zu rebellieren. Einerseits konnte ich ihre Gefühle gut verstehen – aber die Mutter und erwachsene Person in mir musste oft schreien.

Die ersten Kapitel war ich mir auch insgesamt nicht sicher, ob es nicht doch zu teeniemäßig für mich ist – aber nein, das hat sich schnell geändert. Typisch für die Bücher von Erin Watt ist ja dieser einfache, fluffige, leicht zu lesende Stil, den man einfach so weglesen kann.

Die “Beziehung” von Beth und Chase hat mir unglaublich gut gefallen – die Art, wie sie sich kennengelernt haben, ist natürlich nicht sonderlich romantisch und startet nicht wirklich vorbildhaft – aber anders wäre es gar nicht gegangen. Auch hier waren bei mir wieder dauerhaft zwiegespaltene Gefühle vorhanden – aber dieses Mal konnte ich mit Beth mitfühlen. Auch hier ist es schwierig zu sagen, wie man selbst reagieren würde. Aber Beth entwickelt sich wirklich toll  – auch dank der Hilfe von Chase der mir eigentlich durchgehend sympathisch war und der der einzige ist, mit dem Beth richtig reden kann.

“Du bringst anderen bei, wie sie Dich zu behandeln haben.”

“Nur so bin ich nicht durchgedreht, weil es mir gelungen ist, mich auf eine gute Kleinigkeit zu konzentrieren anstatt auf die große Kacke.” Eine Kleinigkeit.

Die Freunde… auch die spielen eine große Rolle in dem Buch. Einerseits wollen sie Beth schützen, erwarten aber auch ganz schön viel von ihr und KEINER nimmt sie so recht ernst.

Auch mit “One Small Thing” haben Erin Watt mich wieder begeistert. Die Paper-Reihe spaltete ja die Gemüter (ich mochte sie dennoch), “When it´s real” fand ich einfach nur zuckersüß, dieses Buch hier ist Drama, Mobbing, Schuld, gespaltene Gefühle und viel mehr. Typisch Erin Watt und dennoch tiefer. Es regt definitiv zum Nachdenken an (zumindest war das bei mir so): Wie würde ich reagieren? Während der gesamten Geschichte hatte ich das Gefühl einerseits die ganzen Leute mal aus dem Buch holen zu wollen, auf der anderen Seite konnte ich die meisten (nicht alle) verstehen, weshalb sie so reagieren wie sie reagieren. Das habe ich so gar nicht erwartet, als ich das Buch begonnen habe – für mich haben sich die Autorinnen weiterentwickelt und sind sich dennoch in ihrem Stil treu geblieben.

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