Rezensionen

Rezension: Sex and the Dorf

Sex and the Dorf
Julia Kaufhold
Goldmann Verlag
411 Seiten

Klappentext:
„Sex mit dir ist langweilig“, sagt Simon. Nach acht Jahren. Und geht. Da hält Caro es einfach nicht mehr aus in Hamburg. Weil sie schon immer raus aufs Land wollte, heuert sie kurzerhand bei einer Dorfzeitung an – wo sich ihre Bullerbü-Fantasien schnell an der güllegeschwängerten Luft zersetzen. Außerdem kennt sie kein Schwein. Das ändert sich, als sie Saranya, Karrierefrau in Stilettos, und Landei Nelly trifft. Sie alle sind über 30 und Single: eine Dorf-Rarität. Kein Wunder also, dass es nicht nur bei Gesprächen über Männer, Sex und Liebe bleibt – um Caros Selbstbewusstsein wiederzubeleben, braucht es Taten! Als dann auch noch ein gewisser Herr Groß auf den Plan tritt und die Freundinnen um ihr Dorf kämpfen müssen, haben sie eine ebenso pikante wie brillante Idee …

Meine Meinung:
Caro wird von ihrem Freund überrascht  – aber statt Heiratsantrag steht eine Trennung ins Haus. In Hamburg will sie nicht bleiben weil sie sich ständig an ihn erinnert fühlt – und so startet sie das Projekt „Glücklich sein“. Das allerdings Hals über Kopf und was sie in ihrem neuen Wohnort und in ihrem neuen Job erwartet, damit hat sie so auch nicht unbedingt gerechnet.
Wie man schon beim Buchtitel erwarten kann, handelt es sich bei dem Buch um leichte Unterhaltung mit Spaß.  Das Dorfleben wird natürlich ziemlich übertrieben, mit einem Zwinkern und vielen Klischees dargestellt,  aber es ist nicht komplett abwegig – und wer mal auf einem solchen Dorf gelebt hat, wird sicherlich die ein oder andere Situation wieder erkennen.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet – mit  einigen charmanten Macken. Gut gefallen hat mir z.B. der „Papst-Fanclub“, der hofft, mit dem Zuzug einer neuen Dorfbewohnerin ein neues Mitglied zu bekommen oder Wilma, eine 90-jährige Dorfbewohnerin, die sehr aufgeklärt ist und die es zu ihrer Mission gemacht hat, die unverheirateten Ü-30-Frauen des Dorfes, von denen es nicht viele gibt, unter ihre Fittiche zu nehmen. So unterschiedlich diese Truppe auch ist, so nett ist es zu beobachten, wie sie tatsächlich ihre Freundschaft entwickeln und in „Büttelsbüttel“ ankommen.
Obwohl das Buch flüssig zu lesen ist und es sich nach Klamauk anhört: es bietet doch auch Platz für ernstere Themen: die Art, wie Caro von ihrem Freund verlassen wurde und wie sie mit nun mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat, Burn-Out, Einsamkeit im Alter- all das wird aufgegriffen und bietet Platz für Gedanken.

Das Buch war eine unterhaltsame leichte Lektüre, die mir Spaß gemacht hat – wer was nettes für zwischendurch sucht und ein bisschen Landgut schnuppern möchte, macht mit diesem Buch nichts falsch.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.