Pinkys schlauer Freitag

Streitigkeiten wohin das Auge reicht – was ist nur los im Netz

Guten Morgen und willkommen zu #pinkysschlauerFreitag. Heute haben wir drei ein Thema aufgegriffen, das uns in der letzten Woche doch sehr beschäftigt hat: Streitigkeiten wohin das Auge reicht – was ist nur los im Netz? Ich bin mir recht sicher, dass wir Pinkys relativ ähnliche Beiträge schreiben werden – Marie hat es irgendwann so schön gesagt: Pinkys mögen keinen Ärger.

So schön das Internet und auch gerade Facebook auch sein kann – die Anonymität bietet doch die Möglichkeit, seine Meinung einfach mal, ohne Rücksicht auf Verluste, raus zu hauen. Manchmal hat man das Gefühl, dass Leute gar nicht darüber nachdenken, dass auch am anderen Ende Menschen mit Gefühlen sitzen. Nicht falsch verstehen: Jeder darf seine Meinung sagen und man muss sich auch nicht immer einig sein – aber der Ton macht auch hier immer noch die Musik. Manchmal ist es natürlich schwierig, im Internet und den sozialen Medien schriftlich das so rüberzubringen, wie man es tatsächlich sagen will. Geschrieben kann vieles falsch verstanden werden.

Es gibt Tage, da lese ich mich durch Facebook und möchte es danach einfach nur löschen und mich abmelden. Wie kann man bei einfachen Themen wie Kindern, Hunden oder auch Hobbys wie Büchern so aggressiv werden? Politische Themen und die damit verbundenen Meinungen und Ausdrucksweisen blende ich hier mal ganz aus.

Wir müssen nicht alle die selben Bücher mögen. Aber, ich gebe es zu: bei Harry Potter, Das Reich der sieben Höfe und Colleen Hoover lasse ich auch keine andere Meinung gelten (Achtung: Ironie).

Früher habe ich den Fehler gemacht, in Gruppen bei Themen mitreden zu wollen. Ich lese schnell und genieße die Bücher trotzdem? Nee, geht ja gar nicht…  Die Bücher mit Bad Boys und Co, die ja manchen sauer aufstoßen, weil sie angeblich ein falsches Frauenbild vermitteln, in Büchergruppen verteidigen? Mache ich jetzt nicht mehr – weil ich mich nicht ärgern will. Manchmal habe ich nichtsdestotrotz das Bedürfnis, jemandem bei Seite zu stehen. Als Beispiel: Eine Leserin stellt in einer Gruppe “Selection” vor und lobt es als nettes Buch für zwischendurch, das ihr gut gefallen hat. Dann kamen Antworten wie: Schlecht und dumm hoch drei… Dass sowas Teenagern vorgesetzt wird ist bedauerlich… toxische Geschlechterrolle… und so weiter.

Aber nicht nur in Büchergruppen gibt es solche Streitposts – als Blogger muss man ja teilweise aufpassen, was man so schreibt und veröffentlicht. Sicherlich gibt es einige, die gerne provozieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ignoriere ich dann (meistens) geflissentlich. Aber was normale Beiträge manchmal an Shitstorms kassieren? Holla die Waldfee, das muss echt nicht sein!

Wenn es jemandem nicht gefällt, dann ist das völlig okay für mich, solange es nicht beleidigend wird. Ich mag es einfach nicht wenn Bücher als Müll bezeichnet werden und die Leser als strohdumm. Darf bitte jeder seine eigene Meinung haben? Nicht jeder möchte Bücher durchanalysieren und diese einfach nur lesen – und wenn es seicht ist und sprachlich vielleicht nicht das allerhöchste Niveau hat – dann gefällt mir das vielleicht genau in diesem Moment besonders gut, weil ich einfach nichts anspruchsvolles möchte. Manchmal möchte ich einfach Bücher, die mir Spaß machen – manchmal möchte ich welche, die mich in eine andere Welt entführen, manchmal möchte ich nachdenken und manchmal leide ich mit. Ich bin definitiv aus dem Alter raus, dass ich davon noch davon geprägt werde, also lasst mich doch bitte einfach lesen. Ich kann Realität und Bücher trennen und für mich sind Bücher Fiktion. Natürlich kann man generell über Bücher, Klischees, Trigger etc. reden und diskutieren – das ist nichts schlechtes und solange alle sachlich bleiben, kann es sicherlich auch sinn- und wertvoll sein.

Ich möchte mich für die Bücher, die ich lese und mag, nicht verteidigen müssen, genau so wie ich jeden, ohne zu kritisieren, das lesen lasse, was er möchte. Natürlich gefallen mir auch nicht alle Bücher, ich versuche aber, das höflich zu sagen oder zu schreiben, sodass ich dem Autor danach auch noch ins Gesicht sehen könnte. “Für mich war das Buch nichts weil” …. hört sich doch deutlich besser an als “absoluter Mist, verschwendete Lesezeit, das Geld nicht wert…”. Kurz innehalten vor dem Schreiben, überlegen: “Würde ich das der Person so auch sagen, wenn sie jetzt vor mir sitzen würde?” – ich glaube, das schadet keinem.

In diesem Sinne: KEEP CALM AND READ BOOKS -wünsche ich euch ein schönes Wochenende!


Okay, das ist jetzt doch irgendwie länger geworden, als ich dachte – und ich hoffe eigentlich, dass die meisten, die sich hier tummeln und das lesen, ähnlich gestrickt sind. Natürlich dürft ihr uns gerne eure Meinung dazu sagen – auch wenn sie anders ist.

Die Meinung meiner Pinkys dazu könnt ihr hier lesen:

 

3 Comments

  • Isabella

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, der mir gerade absolut aus dem Herzen spricht! Ich vergrabe mich dann auch mal wieder in meiner seichten Literatur und wünsche euch ein buch-reiches Wochenende!

  • Michèle

    Liebe Sina,

    das hast du echt super toll rausgehauen.
    Erst kürzlich hatte ich einen Antwortpost zu einem – in meinen Augen – sehr provozierenden Beitrag verfasst und mal Dampf abgelassen, weil es nicht sein kann, dass sich irgendjemand in irgendeinem Bereich, sei es Lesen, Bloggen oder sonst irgendwas, herausnimmt, es besser zu wissen als man selbst.
    Das geht gar nicht.
    Deswegen auch:
    Live and let live. <3

    Liebste Grüße
    Micky

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